Französische Klassik und Kubanischer Bolero
Eröffnungskonzert des internationalen Meisterkurs für Oboe von Prof. Sergio Sanchez auf Hof Brache
Sergio Sanchez (Oboe), Hermann Valdez Fregoso (Klavier)
PROGRAMM:
Sindo Garay: La tarde,
T. Agustín Acosta / M. Manuel Luna Salgado: La cleptómana,
Camille Saint-Saëns:
Sonata in D-Dur für Oboe und Klavier,
T. B.Julián Gutiérrez / M. Marcelino Guerra: Convergencia,
Félix Reina: Si te contara,
Eugène Joseph Bozza: Fantasie pastorale für Oboe und Klavier,
Oscar Hernández: Ella y yo ,
Adolfo Guzmán: o puedo ser feliz,
Francis Poulenc: Sonata für Oboe und Klavier
Dieses Programm geht von einer Parallelität aus zwischen kubanischen Boleros der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und französischer Musik für Oboe und Klavier, die etwa zur gleichen Zeit entstanden ist. Die Lieder wurden so ausgewählt und angeordnet, dass sie aus ihren Texten heraus eine Geschichte von Herzschmerz erzählen können. Auf diese Weise können Sie vom ersten bis zum letzten Bolero die verschiedenen Phasen einer unerwiderten Verliebtheit nachvollziehen. Die Stücke für Oboe und Klavier gehören zum Standard des französischen Repertoires dieses Formats. Sehr interessant ist die Parallele zwischen den Sonaten von Saint-Saëns und Poulenc, die im letzten Lebensjahr der beiden Komponisten entstanden sind. In beiden Sonaten wird die Freundschaft dieser französischen Komponisten zu zwei russischen Komponisten und ihr Einfluss auf sie deutlich: In der Saint-Saëns-Sonate zu Tschaikowsky und in der Poulenc-Sonate zu Prokofjew, dem die Sonate auch gewidmet ist. In Bozzas „Fantaisie pastorale“
(1939) dagegen spürt man die Sorge um die Zeiten, in denen das Stück entstand, ebenso den Trost, den die Vorstellung einer besseren Welt spendet.
Der Oboist Sergio Sánchez gehört zur jungen Generation vielseitiger Musiker, die sich gleichermaßen mit der modernen Oboe wie mit historischen Instrumenten auseinandersetzen. Seine künstlerische Arbeit zeichnet sich durch Offenheit, stilistische Flexibilität und ein tiefes Interesse an der Klangvielfalt seines Instruments aus.
Seit 2023 ist Sergio Sánchez als Professor für Oboe an der Musikhochschule tätig. Zuvor war er als Solo-Oboist bei den Augsburger Philharmonikern (2019 – 2023). Er gewann 2015 die International Double Reed Society Gillet-Fox Oboe Competition. Als Solist spielte er mit Orchestern wie dem Münchener Kammerorchester, dem Orkiestra Kameralna Sopot (Polen), dem Jungen Orchester Hamburg, dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar und dem rquesta Sinfónica Juvenil Teresa Carreño. Er nahm an unterschiedlichen internationalen Wettbewerben teil und ist u.a. Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs, der Chieri International Competition und der Barbirolli International Oboe Festival and Competition.
Zwischen 2010 und 2017 studierte er an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Diethelm Jonas. 2013/14 studierte er zudem im Rahmen des europäischen Austauschprogrammes Erasmus am Conservatoire National Superieur de Musique et Danse de Paris bei David Walter und Jacques Tys. Von 2016 bis 2017 war Sergio Sánchez Solo-Oboist am Staatstheater Braunschweig. Im Oktober 2017 begann er sein Studium der Barockoboe bei Alfredro Bernardini an der Universität Mozarteum Salzburg.
Hermann Valdez Fregoso
Nach einem Bachelor-Studium an der Hochschule für Musik des Nationalen Instituts für Bildende Künste in Mexiko Stadt und einer Zwischenstation an der Akademie Musikeon in Valencia, studierte Hermann Fabian Valdez Fregoso seit 2014 an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Konrad Elser. Er absolvierte im Juni 2019 sein Master-Studium im Hauptfach Klavier. Zu seinen weiteren Lehrern gehören Fernando García Torres und in der Kammermusik Inge-Susann Römhild und Ana María Tradatti. An zahlreichen Meisterkursen mit renommierten internationalen Pianist/innen hat er teilgenommen. Hermann Valdez wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Preis des Nationalen Klavierwettbewerbs in Mexiko Stadt (2012) für die beste Bach-Interpretation und dem zweiten Preis des Nationalen
Klavierwettbewerbs Monterrey (2014). Bereits mit Anfang zwanzig trat er unter der Leitung von Charles Ketcham und Gordon Campell als Solist mit dem Orquestra Sinfónica de las Artes Sinaloa auf. Regelmäßig spielt er zudem Klavierabende, Liederabende und kammermusikalische Konzerte in großen
Konzertsälen in Deutschland, Mexiko und Spanien. Bereits im Jahr 2015 gründete er mit der spanischen Cellistin Belén Sánchez Pérez das DUO ALBA. Das feste Duo tritt regelmäßig im norddeutschen Raum auf. Regelmäßig veranstaltet er Kammermusikkonzerte in Lübeck, bei denen er mit verschiedenen Ensembles zusammenspielt. Mit dem Oboisten Sergio Sánchez, mit dem Cellisten Daniel Arias, mit der Bratschistin Erika Cedeño und anderen. Nach seinem Masterabschluss in 2019 lebt der Pianist weiter als freischaffender Musiker in Lübeck.