So. 31. Mai 2026 – 15:00 Uhr

Unter Wasser


Nicht nur auf ihrem Ensemblefoto können die Jungen Symphoniker Hamburg tief im Wasser stehen. In ihrem Sommerkonzert unter der Leitung von Daniel Kirchmann stürzen sie sich jetzt auch musikalisch in die Fluten: Zu hören sind Alexander von Zemlinskys üppig schäumende Orchesterfantasie »Die Seejungfrau« und Antonín Dvořáks geheimnisvoll brodelnde Sinfonische Dichtung »Der Wassermann«. Beides Werke, die Legenden von märchenhaften (Unter)-Wasserwesen in den Wogen des spätromantischen Orchesterklangs aufgehen lassen.
In seiner unnachahmlichen Art erzählte Dvořák kurz vor der Jahrhundertwende die alte böhmische Schauergeschichte vom Wassermann, der ein Mädchen entführt, schwängert und schließlich das gemeinsame Kind tötet. Naturgemäß mit düster-dramatischen Orchesterfarben – aber nicht ohne die gewohnte Portion volkstümlichen Schwung.
Wenige Jahre später wollte Alexander von Zemlinsky zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen, dass selbst Vorgänger wie Richard Strauss die Kunst packender, glänzend instrumentierter Programmmusik für Orchester noch lange nicht ausgereizt hatten. Er wählte das durch Hans Christian Andersen weltberühmt gewordene Märchen »Die kleine Meerjungfrau« zur Vorlage für diese kompositorische Challenge. Die Aufgabe, die unerfüllte Sehnsucht einer Wassernixe nach menschlicher Liebe in leidenschaftlich schwelgende, bildhafte Musik zu übersetzen, meisterte er mit Bravour – besser als seine eigene unglückliche Affäre mit Alma Mahler, die er in »Die Seejungfrau« verarbeitete.

Junge Symphoniker Hamburg: „Wir glauben daran, dass Musik das Leben verlängert. Mit unseren Konzerten und Projekten wollen wir Menschen für das begeistern, was uns selbst Spaß macht: den symphonischen Klang!“ Und so stehen Vielfalt, die Lust auf Neues und der Spaß am Musizieren im Mittelpunkt der Philosophie der Jungen Symphoniker Hamburg.

Daniel Kirchmann ist seit Sommer 2023 der künstlerischer Leiter der Jungen Symphoniker Hamburg e.V. Er studierte zunächst in Köln Kirchenmusik (A-Examen) und in Würzburg Orgel (Konzertexamen), bevor er Dirigieren in der Kapellmeisterklasse von Michael Luig an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln studierte. Von 2009 bis 2013 war Daniel Kirchmann als   Assistent der Chefdirigentin an der Kammeroper Köln und den Kölner Symphonikern angestellt und gab dort mit Don Giovanni von W. A. Mozart sein Opern-Debüt bei den Klassik-Festspielen Monschau. Daniel Kirchmann war von 2013 bis 2019 leitender Kirchenmusiker in Bonn-Bad Godesberg. Hier baute er mehrere Chöre und Ensembles auf, deren Repertoire vom gregorianischen Choral über die großen Oratorien bis hin zu zeitgenössischer Musik reicht. Zudem hatte er in der Vergangenheit auch die Positionen als Musikalischer Leiter am Bonner Theaterpalast, als Künstlerischer Leiter des Figuralchores Bonn sowie Dirigent der Kölner Orchestergesellschaft inne. Seit 2018 lehrt er als Dozent für das Fach Orchesterleitung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Von 2019 bis 2022 war Daniel Kirchmann Chordirektor und Kapellmeister am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sowie künstlerischer Leiter der Schweriner Singakademie e.V., seit September 2021 leitet er die Camerata vokale Berlin und seit Sommer 2022 ist er Universitätsmusikdirektor der Stadt Kiel.